Warum ist Schweizer Honig teurer als ausländischer Honig?
In der Schweiz liegt der Preis für ein Kilo lokalen Honig meist zwischen 25 und 40 Franken. Er variiert je nach Qualitätslabel, Honigart und Produktionsmethode (handwerklich oder industriell).
Trotz katastrophaler Völkerverluste ist der Honigpreis in den letzten Jahren stabil geblieben. Im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln schwankt sein Preis übrigens nicht zwischen «guten» und «schlechten» Erntejahren.
In unserem Land ist die Landschaft stark zerstückelt und bietet keine ausreichend grossen Anbauflächen, um dort zahlreiche Bienenstände aufzustellen. In der Regel können nicht mehr als 10 Bienenstöcke am selben Ort platziert werden, was viele Fahrten mit sich bringt.
In unseren Breitengraden ist die Bienensaison sehr kurz. Die Bienen können nur von April bis Ende Juli sammeln. In diesen Monaten bleiben ihnen oft nur wenige Wochen, um einen Überschuss zu produzieren, den der Imker ernten kann. Im Durchschnitt liefert ein Volk eine Ernte von 20 kg Honig (was je nach Stärke des Volkes und Witterung zwischen 0 und 35 kg variiert).
Ganz anders ist die Situation in tropischen Ländern, wo Bienen 9 Monate im Jahr sammeln können. Auch die Ernten sind dort weitaus üppiger: Ein einziger Bienenstock kann bis zu 100 kg Honig einbringen! Bei gleichem Arbeitsaufwand unterscheiden sich die Mengen zwischen Schweizer und ausländischem Honig daher erheblich.
Zudem sind Qualität und Echtheit importierter Produkte längst nicht immer garantiert. Eine DNA-Analyse, die 2025 von der SRF-Sendung Kassensturz in Auftrag gegeben wurde, zeigte, dass 17 von 20 getesteten Auslandshonigen als «nicht authentisch» eingestuft wurden – die meisten waren mit Glukosesirup verfälscht oder wiesen eine gefälschte Herkunftsangabe auf.
Was die Arbeit der Imker betrifft, so bleiben die Produktionskosten in der Schweiz besonders hoch. Laut einem Bericht des Zentrums für Bienenforschung (Agroscope) aus dem Jahr 2004 wird die Arbeit des Imkers mit lediglich CHF 7.80 pro Stunde vergütet. Der Honigverkauf kann daher für die grosse Mehrheit der Imker nur ein Nebenerwerb sein. In der Schweiz wird diese Tätigkeit vor allem mit Leidenschaft betrieben. Das hat den Vorteil, dass nicht nach maximalem Ertrag gesucht wird und man sich besonders intensiv um die Bienen kümmert.
Und noch etwas: Vergleiche den Preis meines Honigs mit dem von Schweizer Honig aus dem Supermarkt! Bei letzterem handelt es sich meist um Mischungen verschiedener Produzenten mit standardisiertem Geschmack. Bei meinen Produkten weisst du genau, wo sie geerntet wurden. Da sich das Aroma je nach Terroir, Erntedatum und Wetter unterscheidet, geniesst du einzigartige und immer wieder andere Honige – für ein stets neues Geschmackserlebnis.
Denk auch ein wenig an die Bienen, wenn du dein Honigbrot geniesst: Um nur 1 kg Honig zu erzeugen, müssen mindestens 6'000 Bienen ausfliegen und rund 800'000 Blüten besuchen. Zusammen muss das Volk fast 40'000 km zurücklegen – was einer kompletten Erdumrundung entspricht!



